Der Rücktritt von Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer sorgt derzeit für einen Großeinsatz der Feuerwehr. Dutzende Einsatzkräfte müssen Pühringer nach 22 Jahren an der Macht vom Landeshauptmannsessel schneiden. Der Einsatz könnte tagelang dauern.

„Dieser Einsatz bringt unsere Männer ans körperliche und psychische Limit“, erzählt Einsatzleiter Franz Kohl (56). Einige Mitglieder der Feuerwehr sind so stark belastet, dass sie vom Roten Kreuz psychologisch betreut werden müssen. Ausgelöst hat den Einsatz der Landeshauptmann selbst. Als er nach 22 Jahren seinen Stuhl räumen wollte, bemerkte er, dass er inzwischen an diesem festgeklebt war.

Zweiter Großeinsatz

Für die oberösterreichischen Rettungskräfte ist dies bereits der zweite Großeinsatz in diesem Monat. Erst Anfang Februar musste Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FPÖ) von der Feuerwehr gerettet werden. Er war auf einen Baum geflüchtet, nachdem er sich von einer fremden Perserkatze bedroht gefühlt hatte.

Pühringers Erbe

Pühringer hat Oberösterreich geprägt wie kaum ein anderer Politiker. „Er wird Fußstapfen hinterlassen, die nur sehr schwer zu füllen sein werden, weil kaum ein Mann Schuhgröße 32 hat“, so Politexperte Peter Filzmaier. Mit diesem tragischen Ende habe niemand gerechnet. Der Schock in Linz sitzt tief. In seiner Landesregierung hinterlässt Pühringer fünf politische Ziehsöhne und keine Frauen.